Podcasts: Veränderte Nutzung in den USA durch Corona

Auch was Audio-Innovationen angeht, kann man hier bei uns viel lernen von den USA. Bei den Medientagen München hat sich Tom Webster von Edison Research zu den Entwicklungen beim Konsum von Podcasts geäußert. Das Marktforschungsinstitut ist beispielsweise auch das einzige, das Exit Polls nach der US-Wahl erstellt. Der für die Strategie zuständige Vize-Präsident des Unternehmens befasste sich in seiner Keynote der digital stattfindenden Medientage aber nur mit den Auswirkungen von Corona auf die Audionutzung.

80 Prozent der Podcasthörer verbringen danach mehr Zeit zuhause als vor der Corona-Pandemie, beispielsweise weil sie von zuhause arbeiten. Das hat große Auswirkungen. Verbrachte der durchschnittliche Hörer im ersten Quartal 6 Stunden und 15 Minuten pro Woche mit Podcasts, waren es im zweiten Quartal 30 Minuten mehr.

Der Inhalt der beliebtesten Podcasts hat sich aber kaum geändert. In den USA werden am meisten Comedy-Programme gehört, das nahm noch etwas zu. Auch religiöse und spirituelle Inhalte gewannen.

In der Langzeitbeobachtung misst Edison Research seit 2014, auf welchen Wegen die US-Amerikaner Audio-Inhalte nutzen – „Share of Ear“ wird das genannt. Im Vergleich von 2014 zum dritten Quartal 2020 ist die Nutzung von Radio (UKW, Mittel- und Kurzwelle, Simulcasts) von 51 Prozent scharf auf 42 Prozent gesunken. Podcastnutzung verdreifachte sich in diesem Zeitraum von 2 auf 6 Prozent. Über YouTube stieg der Abruf von 5 auf 9 Prozent während die Nutzung von CDs und anderen Tonträgern von 18 auf 10 Prozent zusammenschrumpfte.

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