Audio-Streaming: Die CD hat ausgedient, Streaming ist in

 

Und wo hören Sie Musik? Sicher kommt jetzt auch oft die Antwort „im Radio“ – und das ist auch gut so. Wenn es aber um den Marktanteil der verschiedenen Tonträger geht, dann ist das Radio außen vor, gemessen wird nur, wofür den Kunde direkt bezahlt. Es konkurriert die CD mit dem Download und dem Streaming. Und da zeigt sich eine Zeitenwende!

Seit 30 Jahren ist die CD das dominierende Musikformat gewesen – doch nun hat sie ihre Führung verloren. Das Audio-Streaming hat innerhalb eines Jahres um ein Drittel zugelegt und kommt nun auf einen Marktanteil von fast 48 Prozent. Die CD dagegen kommt nur noch auf gut 34 Prozent. Auch Audio-Downloads sind weiter rückläufig und kommen nur noch auf einen Marktanteil von 8,5 Prozent. Auf immerhin 4,4 Prozent Marktanteil kommt die Schallplatte aus Vinyl. Das Streaming von Musikvideos hat zugelegt und macht nun 2,2 Prozent des Gesamtumsatzes aus.


Interessant ist, sich das Verhältnis CDs, BluRays und Schallplatten auf der einen und Streaming und Doenloads auf der anderen Seite zu betrachten: Physische Tonträger liegen bei 41, das Digitalgeschäft bei 59 Prozent. Vor einem Jahr war es noch genau umgekehrt.

Der Bundesverband Musikindustrie liest aus diesen Zahlen vor allem ab, dass es dringend „rechtliche Klarheit für den digitalen Lizenzhandel“ geben muss. Verbandschef Florian Drücke fordert, diejenigen Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen, auf die die Nutzer selbst Inhalte uploaden können – also beispielsweise YouTube, Soundcloud oder Dailymotion. „Es muss endlich geregelt werden, dass sie am Markt Lizenzen erwerben müssen“, so Drücke. Am 12. September habe das EU-Parlament die große Chance, „die richtigen Weichen zu stellen“. Dann wird erneut abgestimmt über die EU-Copyright-Reform. Anfang Juli hatte das Parlament mit knapper Mehrheit Vorschläge des Rechtsausschusses zu Upload-Filtern und Leistungsschutzrecht abgelehnt.

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