Rundfunkgeschichte: Audio-History vom 21. Juni

Die Firma Columbia Records stellt 1948 im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel die Langspielplatte vor. Der neue Tonträger kann auf zwei Seiten bis zu 45 Minuten Audioinformationen speichern. Die Langspielplatte aus Vinyl wird ein sensationeller Erfolg und schnell zum Standard der gesamten Plattenindustrie – sie verhilft dem Rock’n’Roll zum Durchbruch und begründet die DJ-Kultur.

Der Erfolg basiert darauf, dass bei einer Abspielgeschwindigkeit von 33,33 Umdrehungen pro Minute eine viel längere Spieldauer als bis dato bekannt möglich ist. Vorgestellt werden 1948 zwei Größen: Eine 10 Inch-Version (25 Zentimeter Durchmesser) und eine 12 Inch-Version (30 Zentimeter Durchmesser).

Angestoßen hat die Entwicklung der Langspielplatte der Elektroingenieur Peter Goldmark – der Legende nach, weil er sich darüber ärgerte, kein Konzert am Stück hören zu können, weil die damals üblichen Singles mit 78 Umdrehungen pro Minute nur wenige Minuten Spieldauer hatten. Daher musste dauernd die Schallplatte gewechselt werden. Goldmark kombiniert eine wesentlich geringere Abspielgeschwindigkeit mit dem Material Vinyl, das im Vergleich zum Schellack deutlich schmalere Rillen erlaubt – es passt also mehr Ton auf eine Platte!

Die erste 12-Inch-Langspielplatte ist 1948 Mendelssohns Konzert in E-Moll mit den von Bruno Walter geleiteten New Yorker Philharmonikern und Nathan Milstein an der Violine. Es gibt zwei Nachpressungen dieser legendären Schallplatte: Eine von Classic Records 1998 und eine von HMV 2018.

Den endgültigen Durchbruch bringt 1958 die Erfindung der Stereoschallplatte durch die Firma Mercury. Die LP macht ein Klangerlebnis möglich, das es bis dahin nicht gegeben hat.

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