Rundfunkgeschichte: Audio-History vom 16.09.

Star-Tenor Enrico Caruso ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Operngeschichte. Am 16. September 1920 nimmt er in Camden in New Jersey seine letzte Schallplatte auf. Wie für ein Großteil seines Schaffens ist Victor Records für die Aufnahme verantwortlich. Es ist die „Petite Messe solennelle“, eine Messvertonung von Gioachino Rossini.
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Caruso stammt aus einer armen, kinderreichen Familie in Neapel, dennoch schafft es seine Mutter, ihm die Schule zu ermöglichen. Er singt im Chor, wo seine außergewöhnliche Stimme entdeckt wird. Enrico studiert privat Gesang bei lokalen Lehrern, singt in der Oper. Der Durchbruch gelingt ihm mit 24 im Teatro Lirico in Mailand. Caruso singt in Mailand, Neapel, London und vor allem New York City. Dort ist er über insgesamt 18 Spielzeiten, die er alle eröffnete, festes Mitglied des Ensembles der Metropolitan Opera. Insgesamt 863 Mal tritt er dort auf. Bei seinen Gastspielen wird er gefeiert, in Berlin sammeln sich 30000 Menschen vor der Oper, um Caruso für eine Minute zu sehen. Caruso ist ein Großverdiener der Opernszene und der erste, der Stierkampfarenen mit seinem Gesang füllt.

Geschont hat er sich nie, neben seinem musikalischen Wirken übernimmt er noch diverse andere Verpflichtungen. Im Spätherbst 1920 zieht sich Caruso durch eine Erkältung eine eitrige Rippenfellentzündung zu. Obwohl er während einer Vorstellung Blut hustet und starke Schmerzen spürt, wird die Erkrankung nicht rechtzeitig entdeckt. Nach einem Zusammenbruch zu Weihnachten 1920 wird er operiert und überlebt nur knapp. Er kehrte zu einem Erholungsurlaub nach Italien zurück, wo er im Grand Hotel Vesuvio in Neapel im Alter von 48 Jahren stirbt.

Carusos Tod wird weltweit betrauert. König Viktor Emanuel III. öffnet seine Kirche, in der zuvor nur königliche Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen stattgefunden haben, für Caruso. Bei der Beerdigung am 19. August 1921 säumen an die hunderttausend Menschen den letzten Weg des Tenors. Freunde, Weggefährten und gekrönte Häupter aus aller Welt sind dabei, die Gebäudefassaden längs des Leichenzuges mit schwarzen Tüchern verhängt.

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