Rundfunkgeschichte: Audio-History vom 09. September

Im Jahr 1958 werden die ersten Plattenspieler auf den Markt gebracht, die Schallplatten mit Stereo-Aufnahmen abspielen können. Die Stereo-LP macht nun ein Klangerlebnis möglich, das es bis dahin nicht gegeben hat.

Entwickelt hat das Verfahren für die Aufnahme und Wiedergabe von zwei Kanälen in einer Rille der Ingenieur Alan Dower Blumlein bereits 1931, doch erst die Firma Mercury Records bringt es zur Marktreife. Bekannt ist es als „x“-System, da die Tonsignale beider Kanäle in jeweils 45 Grad gegen die Senkrechte geneigte Schwingungen umgesetzt werden. Der große Vorteil: Man kann sowohl die neuen Stereo- als auch die alten Mono-Schallplatten abspielen! Ein konkurrierendes Verfahren, genannt „+“-System, das die Information des zweiten Tonkanals auch in eine Tiefenbewegung umsetzt, kann sich nicht durchsetzen.

Die Firma Columbia Records hat zehn Jahr vorher die Langspielplatte vorgestellt. Der neue Tonträger konnte auf zwei Seiten bis zu 45 Minuten Audioinformationen speichern. Die Langspielplatte aus Vinyl wird ein sensationeller Erfolg und schnell zum Standard der gesamten Plattenindustrie – sie verhilft dem Rock’n’Roll zum Durchbruch und begründet die DJ-Kultur.

Der Erfolg basiert darauf, dass bei einer Abspielgeschwindigkeit von 33,33 Umdrehungen pro Minute eine viel längere Spieldauer als bis dato bekannt möglich ist. Angestoßen hat die Entwicklung der Langspielplatte der Elektroingenieur Peter Goldmark – der Legende nach, weil er sich darüber ärgerte, kein Konzert am Stück hören zu können, weil die damals üblichen Singles mit 78 Umdrehungen nur wenige Minuten Spieldauer hatten. Daher musste dauernd die Schallplatte gewechselt werden. Goldmark kombiniert eine wesentlich geringere Abspielgeschwindigkeit mit dem Material Vinyl, das im Vergleich zum Schellack deutlich schmalere Rillen erlaubt – es passt also mehr Ton auf eine Platte!

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