Rundfunkgeschichte: Audio-History vom 01. Mai

Ohne das Komprimierungsverfahren mp3 wäre es kaum möglich, große Mengen an Audio zu transportieren oder zu speichern. Klar ist, dass ohne mp3 weder modernes Musikstreaming noch Podcasting möglich wäre. Doch wann hat mp3 Geburtstag? Ganz genau weiß man es nicht, denn die Entwicklung hat viele Jahre gedauert. Aber im Mai 1995 wurde die englischsprachige Norm EN ISO/IEC 11172-3:1995 veröffentlicht. Der deutsche Titel: „Informationstechnik – Codierung von bewegten Bildern und damit verbundenen Tonsignalen für digitale Speichermedien bis zu 1,5 Mbit/s – Teil 3“. Daher nehmen wir doch mal den 01. Mai als Stichtag, oder?

Eigentlich heißt das Verfahren MPEG-1 Audio Layer III oder MPEG-2 Audio Layer III. Es bedient sich der Psychoakustik. Der Mensch kann beispielsweise zwei Töne erst ab einem gewissen Mindestunterschied der Tonhöhe voneinander unterscheiden, vor und nach sehr lauten Geräuschen kann er für kurze Zeit leisere Geräusche schlechter oder gar nicht wahrnehmen. Der Trick ist nun, dass nur für den Menschen wahrnehmbare Signalanteile gespeichert werden. Dadurch wird die Datenmenge stark reduziert, die wahrgenommene Audioqualität aber nur kaum oder gar nicht verringert. Der Kodierer muss also das originale Tonsignal nach festgelegten Regeln so aufzubereiten, dass es weniger Speicherplatz benötigt, aber für das menschliche Gehör noch genauso klingt wie das Original.

Eine Datenrate von 192 kbit/s ermöglicht eine gute Audioqualität, die Kompressionsrate gegenüber der Audio-CD liegt bei ziemlich eindrucksvollen 85 Prozent. Entwickelt wurde das Verfahren maßgeblich in Deutschland, unter der Leitung von Karlheinz Brandenburg und Hans-Georg Musmann am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen sowie an der Uni Erlangen-Nürnberg. Nachdem die Patente in Europa 2012 und den USA 2017 ausgelaufen sind, ist der der Standard frei verfügbar.

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