Rundfunkgeschichte: Audio-History vom 01.08.

Höhere Tonqualität in Stereo – Radiosendungen in Frequenzmodulation (FM) auf UKW versprechen ein besseres Hörerlebnis als beispielsweise über Mittelwellensender in Mono ausgestrahlte.

Und so kommt es, dass WABC-FM in New York City am 1. August 1963 die ersten Sendungen in Stereo ausstrahlt.

Zuvor hat er Sender – unabhängig von WABC-AM – Hörer zum Beispiel mit einem All-News-Format zu ködern. Das klappte gut, als 1962/ 63 die New Yorker Zeitungen über Monate bestreikt wurden, danach allerdings brachen die Hörerzahlen ein. Etwas Neues musste her – und das war die Stereo-Sendung!

Der durchschlagende Erfolg bleibt aber zunächst aus. Der Sender probiert daraufhin viele verschiedene Formate aus – beispielsweise auch ein TOP 40-Format mit klassischer Musik, wie das Branchenblatt Billboard im Oktober 1965 berichtet:

Ein halbes Jahr später ist der Klassikplan vom Tisch. Nun läuft wieder aktuelle Musik, auch Easy Listening und Jazz. Und einer der Top-DJs des Schwestersender WABC-AM übernimmt auch Sendungen auf UKW: Dan Ingram. Der Rest ist Geschichte!

Die ersten regulären Stereo-Sendungen auf UKW in Deutschland werden übrigens während der Funkausstellung 1963 vom Sender Freies Berlin ausgestrahlt.

Schon 1949 hat der erste regulär betriebene UKW-Sender Europas seinen Betrieb aufgenommen – und zwar in München. Mit 250 Watt wird auf 90,1 MHz das Programm des Bayerischen Rundfunks ausgestrahlt. Verwendet wird eine Antenne an einem 110 m hohen Stahlgittermast beim Funkhaus in München-Freimann. Der baugleiche Sender des NWDR in Hannover folgt einige Stunden später am 1. März 1949.

Rückblickend mag es wie ein zukunftsträchtiger Schritt aussehen, doch weit gefehlt: Die pure Not diktiert die Sendung auf dem bis dahin nicht genutzten Frequenzbereich! Denn Deutschland hat nach dem Zweiten Weltkrieg sämtliche Exklusivwellen verloren, also nur von einer Station belegte Wellen. Zugestanden wird nur die Mitbenutzung von Frequenzen weiter entfernt gelegener Sender. Dies führt allerdings zu grauenhaften gegenseitigen Störungen, vor allem bei Dunkelheit.

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