Media-Analyse 2020 Audio II: Gewinner und Verlierer

Natürlich haben alle Radiosender sensationell gewonnen – wenn man den Pressemitteilungen glauben darf, die nun zur ma 2020 Audio II verschickt werden. Aber wir von Allmediachannels schauen ganz genau hin.

Wer ist also nun der größte Gewinner? Ganz eindeutig ist das nicht. Von den absoluten Hörerzahlen her hat RADIO BOB! am stärksten zugelegt, um 88 000 pro durchschnittlicher Stunde. Von 307 000 ging es rauf auf 395 000 Hörer (ma Audio I zu ma Audio II). Das entspricht einem satten Plus von 28,7 Prozent.

Schöne Gewinne fahren auch Hitradio RTL Sachsen ein (plus 28 000 Hörer), hr4 (plus 26 000) oder Radio PSR (plus 20 000). Doch es gibt kleine Sender, die sich prozentual noch stärker nach oben katapultieren: Radio Frankfurt gewinnt 100 Prozent dazu (von 11 000 auf 22 000 Hörer).

Zu nennen ist natürlich auch Radio NRW mit einem Plus von 1,7 Prozent, was dem Zusammenschluss der Lokalsender im einwohnerstärksten Bundesland genau 1,5 Millionen Hörer in der Durchschnittsstunde bringt. Beachtenswert, denn die meisten anderen der reichweitenstärksten Sender verlieren durch die Bank.

Und die Verlierer? Nach absoluten Zahlen müssen Antenne Bayern und Bayern 3 am meisten Federn lassen. Um 91 000 Hörer pro Stunde schrumpft der Privatfunker aus Ismaning bei München, die öffentlich-rechtlichen Kollegen verlieren 86 000 Hörer. Bei beiden ist das ein Verlust von zehn Prozent.

Wenn man prozentuale Verluste betrachtet, dann bekommt Antenne Niedersachsen bei den landesweiten Programmen die rote Laterne: 26 Prozent minus, von 281 000 auf 208 000 Hörer pro Stunde. Das tut weh. Einige kleinere Sender trifft es noch schlimmer, so verlieren ENERGY München und 95.5 Charivari München jeweils 42 Prozent der Hörer.

Ob da viele Leute zu Podcasts abgewandert sind? Das muss erst einmal offen bleiben. Jedenfalls geht aus der ma 2020 Audio II hervor, dass Podcasts von 22 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung schon einmal genutzt worden sind. Bei der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sind es sogar ein Drittel.

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